Den Kissinger Wölfen fehlt der Killerinstinkt

Den Kissinger Wölfen fehlt der Killerinstinkt

Die Saalestädter zeigen teilweise ein beeindruckendes Offensivspiel, verlieren aber erstmals in dieser Saison gegen den EHC Königsbrunn.

Umzingelt, aber dennoch gefährlich: Königsbrunns Hayden Trupp beschäftigt Kissingens Goalie Donatas Zukovas samt dessen Vorderleuten um Roman Nikitin (8), Mikhail Nemirovsky (78), Niko Grönstrand (10) und Johan Larsson (18). Foto: Mainpost

Kissinger Wölfe – EHC Königsbrunn 3:4 (2:3, 0:0, 1:1).

Erste Heimniederlage in der Verzahnungsrunde – und schon wieder ein 4:3. Das dritte Mal in Folge endete ein Spiel der Kissinger Wölfe mit diesem Resultat. Zum zweiten Mal – nach der Niederlage in Amberg und dem Sieg gegen Pfaffenhofen – mit dem besseren Ende für den Gegner, der nach drei Pleiten in Folge gegen die Saalestädter erstmals siegte und prompt in der Tabelle die Nemirovsky-Truppe überholte.

Mit Abstand bester Spieler auf dem Eis war EHC-Goalie Markus Kring, der an diesem Abend seinen Torwart-Kollegen deutlich in den Schatten stellte. Denn Donatas Zukovas hatte einen gebrauchten Tag erwischt und vor allem im Auftaktdrittel unfreiwillig dazu beigetragen, dass den Schwaben gleich drei Treffer gelangen – was Super-Don sichtlich verunsicherte. “Es gab aber keinerlei Vorwürfe aus der Mannschaft an Don, der hat uns in dieser Saison schon so viele Spiele gerettet”, sagte später Verteidiger Simon Eirenschmalz. Schon nach 68 Sekunden hatte Kissingens Keeper erstmals daneben gegriffen beim Schuss von Jeff Szwez, kassierte das zweite Gegentor nach einem Konter von Michael Fischer (7.) und sah auch schlecht aus beim Treffer von Fabio Carciola (10.). “Das war ein rabenschwarzes Drittel mit drei beschissenen Toren, danach haben wir besser ins Spiel gefunden”, sagte später Vorsitzender Michael Rosin. Vor knapp 300 Zuschauern überwog nach 20 Minuten dennoch die Hoffnung, weil Brett Wur (6.) und Nikolai Kiselev (18.) die schnelle und auch faire Partie mit nur zwei Strafzeiten gegen die Wölfe offen hielten. Das Mitteldrittel dominierten die Gastgeber auf bemerkenswerte Art und Weise. Was fehlte, waren die Treffer, weil der 24-jährige Kring reihenweise starke Reflexe zeigte. “Aber wir haben auch zu wenige Schüsse aufs Königsbrunner Tor abgegeben. Und wenn man dann in dumme Konter läuft, braucht man sich nicht wundern, wenn so ein Spiel verloren geht”, prangerte Michael Rosin das “Sterben in Schönheit” an mit Top-Chancen für Marc Hemmerich, Viktor Ledin, Alexei Zaitsev oder Eugen Nold.

Überragend herauskombiniert war der Ausgleich durch Niko Grönstrand (50.) mit den Assists von Zaitsev und Kiselev, aber es passte ins Bild, dass kurz darauf Lukas Fettinger (52.) die Gäste erneut feiern ließ und Nikolai Kiselev fünf (!) Sekunden vor Spielende einen Penalty verschoss im Duell mit Markus Kring, der danach unter der Jubeltraube seiner Mitspieler verschwand. “Wir waren in allen drei Dritteln präsenter und spritziger und haben Bad Kissingen das Leben schwer gemacht. Meine Jungs waren von der Abfahrt im Bus bis nach dem Spiel bereit. Hut ab vor diesem Einsatz. Das war Wahnsinn und deswegen haben wir verdient gewonnen”, schwärmte EHC-Spielertrainer Fabio Carciola von seiner Mannschaft, während Michael Rosin in den Kampfmodus schaltete. “Wir müssen das alles abhaken und uns sofort auf das Spiel in Buchloe vorbereiten. Das fängt schon im Kopf an. Aufgeben ist und bleibt keine Option.”

“Das war unprofessionell”

Nicht vor Ort an diesem Abend war Königsbrunns Co-Trainer Sven Rampf, dessen Sprüche unter der Gürtellinie in Richtung des fränkischen und Bad Kissinger Eishockeys für mächtig Wirbel und Ärger gesorgt hatten. “Sven hat für seine Aussagen was in die Mannschaftskasse gezahlt. Ich glaube nicht, dass er das so gemeint hat. Ich habe mich entschuldigt, mehr kann ich nicht machen. Ich denke, dass wir eine faire Mannschaft sind. Wir wollen sportlich und ohne Eskapaden aufsteigen”, sagte dazu EHC-Vorstand Willi Bertele. Und Carciola beendete die Diskussion mit den ehrlichen Worten: “Was Herr Rampf gemacht hat, das war unprofessionell.”

Link zur Pressekonferenz

(Quelle Infranken.de Jürgen Schmitt)

Leave a Reply